Odyssee à la ÖBB
Wenn ich für eine Strecke, die ich mit dem Auto in 40 Minuten schaffe, mit dem Zug locker eine Stunde brauche, dann kann das Personal noch so charmant, der Zug noch so umweltfreundlich und die Tickets noch so billig sein – meine Wahl ist eindeutig. Außerdem…
Punkt 1 – charmant
Das ach so freundliche und kompetente Personal ist nur so kompetent wie ihre Kommunikation und da hinkts gewaltig. Die ÖBB ist absolut nicht darauf eingestellt, dass ihre Gäste untereinander kommunizieren. So erzählt Gast A seinem Sitzpartner Gast B, dass der Zug bereits in Wien verspätet abgefahren ist, weil irgendeiner vergessen hat, den Strom anzuschalten. Gast B weiß also, wer an der Verspätung Schuld trägt. Dann kommt aber der Schaffner, zwickt die teuren Tickets und druckst wegen der Verspätung rum.
Gast wird allerdings auch zunehmend virtuell und damit hat die ÖBB sowieso und generell ein rießiges Problem. Die ÖBB weiß anscheinend nicht einmal, dass es sowas wie mobiles Internet gibt. Während gast im Internet recherchiert, ob der Anschlusszug die Verspätung abwartet, hat der Schaffner meist keine Ahnung. Dann heißt es „Ja klar wartet der Anschluss“ und dann steht gast irgendwo in der Pampa mit 1 Stunde Verspätung und darf eine Ewigkeit warten, bis dann mal ein Regionalzug dahertuckert und einen mit weiterer Verspätung aufliest.
Soviel zum Thema Kompetenz und Personal. Das netteste Personal bringt gast nämlich nix, wenn es nix weiß. ÖBB – vernetze und informiere dich, dein Personal und vor allem deine Gäste!
Punkt 2 – umweltfreundlich
Na gut, aber hat die ÖBB denn nix anderes zu bieten? Da steig ich doch lieber ins Hybridauto! Wie wärs denn mal zur Abwechslung mit Pünktlichkeit, Schnelligkeit, Kompetenz, mehr Platz, funktionierender Klimaanlage und Steckdosen in den Abteilen?
Punkt 3 – billig
Die ach so günstigen Tickets.. Was bringen mir verbilligte Wochenendtickets in irgendeinen Tierpark, wenn ich den Zug unter der Woche brauche, um in die Arbeit zu kommen? Und was bringt mir ein 60-Euro-teures Sommerticket, mit dem ich den „ganzen“ Sommer gratis fahren kann, wenn der „ganze“ Sommer immer erst um 8.00 Uhr morgens beginnt (Wann beginnen die meisten Menschen zu arbeiten?!) und wenn die Karte vor meiner Haustür nicht gilt, weil da nämlich nicht mehr die ÖBB sondern die Salzburger Lokalbahn durch die Gegend schlängelt und die beiden Zuganbieter nicht an den Gast denken (ergo bei Angeboten, Ermäßigungen, Aktionen zusammenarbeiten) sondern sich gegenseitig bekriegen.
Punkt 4 – noch etwas
Und dann gibt’s da noch etwas, was mir auf dem Herzen liegt: Warum bin ich als Fahrgast, der weniger als 20 Euro pro Fahrt bezahlt, ein Gast zweiter Klasse? Warum bekomme ich kein Geld zurück, wenn mein Zug zwei Stunden Verspätung hat? Ich zahle 19,70 Euro – hab aber erst ab 20 Euro ein Recht auf Fahrgeldrückerstattung.. Da kümmert es niemanden, dass ich wegen der Verspätung Anschlüsse verpasse, Termine absagen muss und um noch weitere zwei Stunden meines Wochenendes beraubt werde. Hauptsache die „nette“ Dame von der Beschwerde-Hotline schnauzt mich auch noch blöd an. Na gut, sie hat einen echt schlimmen Job, denn ich bin sicher nicht das einzige Opfer der Odyssee à la ÖBB..
So, ich bin froh, wenn ich bald aussteigen darf. Kann sich ja nur noch um Stunden handeln!
Munich Tag #14

Marienplatz
Schnappschuss von (m)einem Bummel durch die Münchner Innenstadt. Die Sonne scheint. Der Himmel lacht. Die Welt steht noch.
Munich Tag #11
Ja, ich habe es getan. Besser gesagt nicht getan. Ich habe gestern nicht gebloggt. Schande über mich.
Dafür heute eine witzige Begebenheit.
Nach stundenlanger Arbeit (anstrengend, weil wenig zu tun) und nächtelangem Hirnzermatern zwecks Reportage (zermürbend, aber interessant) schrie mein Körper förmlich nach Serotonin, Endorphin und all den anderne Glücklich-und-Motiviert-sein-Hormonen. Ich tat also etwas für mich ganz untypisches – einkaufen in der „Münchner Getreidegasse“ also am Marienplatz. Das Einkaufen selbst war gar nicht so euphorisierend wie gedacht. Ich glaub, ich brauche mehr Übung darin.
Wirklich toll war hingegen die Kassa-Szene.
Schauplatz: „Zara“ am Marienplatz, München. Kurz nach 18.00 Uhr. 17 Frauen, Mädchen, Damen und Teenies stehen an der Kassa an. Die Frau vor mir – geschätzte 50, toupierte Haare, Porno-Sonnenbrille, arrogantes Parfum – beginnt sich aufzuregen. „Dass es da noch immer keine dritte Kasse gibt, is a Frechheit.“ (Man beachte das bayrische „a“) Die Verkäuferinnen arbeiten stumm und mit eingefrorenem Lächeln weiter. Die eiserne Lady vor mir keift weiter, bis sie nach 10 Minuten an der Reihe/Kasse ist. Dort schimpft sie erst mit der einen, dann mit der anderen Verkäuferin, verlangt schließlich den Geschäftsführer.
Im Laden herrschen gefühlte 40 Grad. Die Lady schnauzt weiter, sie würde hier nie wieder einkaufen und jeder denkt sich „Na Gott sei Dank“ – eine Dame spricht es aus. „Sie blockieren die Kasse jetzt erst recht!“
Und so geht der Kampf los.
Zuerst schreien zwei, dann immer mehr, dann alle. Dann kommt der arme, große, dicke Security-Mann. Völlig überfordert und von 20 lautstarken Frauen übertönt versucht er, für Ordnung zu sorgen.
Ich verlasse serotonin- und endorphingetränkt den Laden.
Munich Tag #9

Magdalena auf'm Magdalenenfest
Magda und ich wurden am Weekend fast von ca. 40.000 Zeugen Jehovas überrannt, haben viel Zeit und Geld im Biergarten gelassen (Magdalena bekam beim Magdalenenfest im Hirschgarten nichtmal was gratis – Frechheit!), wir haben die Tutanchamun-Ausstellung besucht und Magda hat sich durch den Christopher Street Day gekämpft.
Gratis Zeitschriften & Playboy-Shooting
Das Beste an einem Praktikum beim Burda-Verlag ist die Tatsache, dass man alle Zeitschriften gratis mit nachhause nehmen darf! Das bescheidene Sortiment, welches sich unter, auf und um unser Bett türmt, umfasst derzeit 3 Focus, 2 Elle, 1 Elle Decorations, 1 Bunte, 2 Fit for Fun, 3 Playboy’s, 1 Wellfit, 1 Kochen-Backen-Lisa, 2 Chip, 1 TV Spielfilm, … Tendenz und Zeitschriftenstapel steigend.
Achja, hätte beinahe bei einem Playboy-Fotoshooting dabei sein und zugucken dürfen. Jetzt is aber leider doch kein Platz mehr für mich im Auto. tztzzz.
Munich Tag #8
„Beim Waschen kumman de Leit zom“
Freitag Abend, 18.00 Uhr – Hochkonjunktur im Waschsalon ums Eck, Neuhausen, München. Hochkonjunktur nicht, weil besonders einladend (außer jemand steht auf Neonlicht und rumpelnde Waschmaschinen). Hochkonjunktur weil notwendig.
Nachdem mir ein Fünfzigerl im Geld-wird-zu-Waschmünze-Automaten stecken geblieben ist und ich dann mit meinem Ekel hadernd meine Wäsche doch noch in die letzte freie Maschine gepackt hab, hab ich mal beobachtet.
Waschsalon – (m)ein SalonAugenschein

Von 14 Waschmaschinen sind zwölf in Betrieb, eine defekt, eine auf Dreckwäsche wartend. Vor dem Salon schiebt sich der Feierabendverkehr durch die Straßen, Menschen wuseln vorbei, einige in den Salon herein.
Der einzige Mensch im Laden: Ein Mann um die 60. Beige Knickerbocker, Rucksack im Army-Style, fast keine Haare auf dem Kopf, Jacke trotz Hitze und Gel obwohl keine Haare. Er hat kein Buch. Keine Kopfhörer. Keine Beschäftigung. Sitzt einfach nur und blickt in die Waschmaschine, in der wohl seine Wäsche ihre Runden dreht und mit dem Schaum tanzt.
Der Mann mit dem Army-Rucksack und ohne Beschäftigung sieht nach 30 Minuten noch immer seine Waschmaschine zu als wäre sie ein nettes Freitag-Abend-TV-Programm.
Studentin mit blitzblauer Ikea-Tasche. Nur keinen Stress. Stellt ihre Ikea-Tasche auf eine freie Waschmaschine und geht erstmal eine rauchen. Lucky Strike. Sie bleibt nicht die Einzige. Die Raucher treffen sich vor dem Waschsalon. Die Tür steht weit offen, weil heißer Tag. Schweiß und Waschmittelgeruch und Rauch mischen sich.
Mit einem echt bayerischen „Servus“ betritt ein wuchtiger Glatzkopf den Raum. Die Raucherin und vermeintliche Studentin kehrt zurück und blickt argwöhnisch in den Raum. „Reicht eine Ladung Waschpulver für eine große Maschine?“ Im Salon gibt es nämlich zwei Rießen-Waschmaschinen. Nickende Köpfe bestätigen ihre Hoffnung, sie schmeißt alles, was sie dabeihat in die große Maschine. Bunte Klamotten, weiß und schwarz, 2 Paar Converse, Unterwäsche, Jacken und Handtücher, alles durcheinander, drückt auf den Knopf. Vermeintliche Studentin fragend: „Wie lange dauert denn das ungefähr?“ Glatzköpfiger Bierbauch-Bayer wissend: „So a dreiviertel Stunde, Stunde musst schon rechnen.“ Vermeintliche Studentin genervt: „Und gibt’s da in der Nähe irgendwo ein Café?“ Glatzköpfiger Bierbauch-Bayer zwinkernd: „Na, aber do steht a Automat.“
Die Wäsche des Militärrucksack-Mannes ist fertig. Er entleert die Waschmaschine, vorsichtig darauf bedacht, dass kein Socke oder keine Unterhose in der Maschine zurückbleibt. Dann kramt er in seinem Militärrucksack ein Plastiksackerl hervor. 5 kleine weiße Handtücher kommen zum Vorschein und sein eigenes Waschmittel der Marke „Fee“. Handtücher in die Maschine, Spülmittel und Münze auch und der Mann mit dem Militärrucksack nimmt wieder seinen alten Platz ca. eineinhalb Meter von seiner Waschmaschine entfernt ein, der Blick starr auf die Maschine gerichtet.
Irgendwie unheimlich. Gut, dass meine Wäsche jetzt sauber ist.
Munich Tag #7
In München nix Neues.
Heute erstmals vollkommen alleine gearbeitet, weil unsere nette Betreuerin nicht da war. No Problem.
Eindruck aus dem Münchner Nachtleben – hier müssen Magda und ich jeden Tag vorbei. In diesem Sinne – schönen Abend.

München Orleansplatz
Munich Tag #6
Heute gab’s die volle Infoladung. Ein bisschen Remission, ein Bruchteil Presse-Grosso, neue Vertriebswege im Verlagswesen, Geschäftsfelder, Konkurrenzkampf, usw usw.
Drei hilfreiche Links für Journalisten und PRler:
- http://www.trendbuero.com/insightbench (Das neue Analysetool des Trendbüros filtert und bewertet Blogs, Diskussionen und Beiträge aus dem Web 2.0)
- http://vdz.de (Informationen, Whitepaper und Brancheninformationen aus der Medienwelt)
- http://www.pz-online.de (Online Mediadaten von Zeitschriften – unbedingt den „Zielgruppenfinder“ in der linken Navigationsleiste ausprobieren)
Jetzt werd ich mich da selbst durcharbeiten!
Munich Tag #3
Kundenprofile aktualisieren. Klingt langweilig, ist es auch. ABER: Ich sehe mittlerweile den Sinn dahinter. So kann jeder Burda-Mitarbeiter jederzeit auf die Kundenprofile klicken, sich schlau machen, Ansprechpartner herausfinden, etc. Besser Einer hat einmal viel Arbeit, als jeder Einzelne muss sich extra durch den Infogarten auf Unternehmenswebsites durchklicken. Achja und ich habe auch herausgefunden, was es heißt, wenn jemand anders schlampig arbeitet und man dessen Arbeit kontrollieren, ausbessern, nachrecherchieren, usw. muss. => Memo: Sorgfältig arbeiten, gründlich recherchieren, keine Scheiße schreiben.
Ansonsten nothing special, außer dass mein Special (Happy Birthday Penaten) ins Intranet gestellt wurde als „Thema der Woche“, also richtig fetzig populär!
What will happen the next week? Wir werden in verschiedene Infoquellen und Portale wie die Focus Medialine eingeführt. Klingt nicht schlecht.
Schnappsch(l)uss
Zum Abschluss noch ein Pic, entstanden unter witzigen Umständen auf dem gestrigen Tollwood-Festival, das ich wirklich jedem mit ein bisschen Hippie im Blut empfehle! Wir haben uns überall durchgefuttert, marrokanischen Klängen gelauscht, uns an den bunten Farben und leckeren Gerüchten gelabt und nächste Woche sind wir wieder dabei.
Was ist das?
a) ein burdisches Muster
b) kryptische Zeichen, ein Geheimcode um beim Tollwood-Festival überall reinzukommen
c) eigene Interpretation
Um morgens wach zu werden, lauf ich immer durch den 